Life is the Nonplusultra

Yep.

Häkeln

Obwohl es schon ein gutes Vierteljahrhundert her ist, kann ich mich noch sehr gut erinnern wie ich neben meiner Uroma am Kachelofen saß und sie bei der Nadelarbeit beobachtet habe. Stricken, Sticken, Nähen, Häkeln, Stopfen und was weiß ich noch alles, hatte sie 1A drauf, aber Omas müssen sowas können. Überhaupt konnte ich als Kind sehr viel Zeit nur mit Beobachten und Zugucken verbringen. Ganz im Gegensatz zu meinem Bruder; der war wie ein Sack Flöhe. Er hatte nie das Sitzfleisch, um zu Beobachten oder sich alle 3 Star Wars Filme am Stück anzuschauen. Ich schon.

Nachdem ich meine Oma jedenfalls sehr lange beobachtete, wollte ich das auch können. Das Einfachste war wohl Häkeln, sodass sie mir eine Nadel und nen Strick in die Hand drückte, kurz zeigte wie das ging und ich dann loslegen konnte. Und für einen kurzen Moment sah es auch so aus als ob die Macht mit mir sei und ich häkelte. Nach einiger Zeit hatte ich eine Schnur in eine etwas dickere, 3 Meter lange Häkelschnur verwandelt. Das kann ich selbst jetzt noch.

Doch ich war ehrgeizig und wollte nicht nur eindimensional, sondern auch in die Breite häkeln können. Oma zeigte mir wieder wie das geht und ich vertraute auf die Macht. Leider klappte es dieses Mal nicht, aber ich gab nicht auf und probierte es weiter; leider vergebens. So ließ ich das Häkeln für den Moment ruhen, aber ich war ja Kind, sodass ich mir schnell ein anderes Hobby suchte.

Irgendwann, vielleicht ein halbes Jahr oder sogar ein ganzes Jahr später, suchte ich etwas und fand eine Rolle mit grüner Wolle. Also suchte ich nach einer Häkelnadel und beschloss wieder zu häkeln. Zweidimensional, lang und breit. Ein Schal sollte es werden. Ich war wild entschlossen, fing an und es sah aus als würde mein Projekt dieses Mal unter besseren Sternen stehen.
Masche für Masche entstand zunächst wieder eine Häkelschnur, doch bald wuchs die Schnur auch in die Breite und der Ansatz eines Schals war zu erkennen. Dies entfachte meine Motivation und ich häkelte bis die Wollerolle (geiles Wort) alle war.

Und schließlich hielt ich “es” vor mir.
Es war circa 40 cm lang, an seiner breitesten Stelle etwa 15 und an seiner schlanksten Stelle ungefähr 4 Zentimenter breit.
Nein, ein Schal war es nicht so richtig. Offensichtlich war ich beim Zählen der Maschen nicht mit entsprechender Konzentration vorgegangen und hatte mich wohl an der einen oder anderen Stelle geringfügig verzählt.

Das war es also mit dem Häkeln. Ich hab es gelassen.
Und vielleicht fragt sich jetzt der ein oder andere was diese ganze Geschichte mit dem Häkeln hier soll?

Ganz einfach: Ich will das verdammt noch mal können, denn wenn ich sehe was man damit alles machen kann… zu geil.
Na gut, ich könnte mir das Zeug ja auch einfach kaufen, aber selbst machen wäre schon sehr viel geiler.

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