Life is the Nonplusultra

Yep.

Radio Rock Revolution

Es ist kein Geheimnis, dass ich kein Radio höre. Nein, ich hasse es sogar! Von ganzem Herzen.
Wer nun die Schuld für diesen unsagbar widerwärtigen Top-40-Einheitsbrei in der gesamten (mittel)deutschen Radiolandschaft trägt, ist mir eigentlich auch irgendwie egal, aber ich habe meine Theorien.

So lang die werbetreibende Wirtschaft Geld für grässliche Funkspots in noch grässlicherem, komischerweise auch hier so genannten Musikbett ausgibt, wird diese Kacke wohl kein Ende haben und die Media-Analysen werden wiederum den Erfolg bestätigen. Ein Teufelskreis!
Nur wer den Mist am Ende wirklich und vor allem gern hört, weiß kein Schwein! Doch nein, es ist nicht allein der private Rundfunk die Wurzel allen Übels, denn die für den Grundversorgungsauftrag verantwortlichen Öffentlich-Rechtlichen kopieren noch dreist den Pop-Durchfall der Privaten – unterbieten ihn sogar – und verlangen dafür auch noch Geld vom Hörer, wobei das Schmerzensgeld dem Hörer zustände.
Ob auditive Qualen im Rundfunkstaatsvertrag unter “Grundversorgung” definiert sind, möchte ich hiermit öffentlich anzweifeln! Für mich jedenfalls grenzt der Konsum dieses Programms nicht an Masochismus, sondern mehr noch an irreversibler Geisteskrankheit, aber gut, ich schweife ab.

Wie überall, gibt es auch für das Radio Ausnahmen, welche die gar furchtbaren Regeln bestätigen, auf die ich hier aber nicht näher eingehen möchte. Es gibt aber einige wenige Sender, die das Konzept Radio als aktives bzw. interaktives Medium verstanden und nicht wie der hassenswerte Rest als “Nebenbeimedium” begriffen haben. Das gilt sowohl für Private als auch für Öffentlich-Rechtliche.

Doch Deutschland ist da kein Einzelfall, was mich nun zurück zur Überschrift bringt.

Im England der 1960er Jahre herrschte die BBC mit nahezu inquisitorischer Gewalt. Dank internationaler Gesetze, gab es aber die Möglichkeit, das Britische Königshaus zu umschiffen, denn da wo ein Gesetz ist, gibt es auch meist gleich die Möglichkeit, dieses zu umgehen.

Im Falle des UK war es Radio Caroline, welches lange Zeit von der Ostsee funkte, um den Freunden der Rockmusik neue Horizonte zu eröffnen, was der BBC natürlich gar nicht gefallen hat. Die ganze Geschichte dazu könnt Ihr hier nachlesen.
Auf Basis dessen kam nun im April “Radio Rock Revolution” ins Kino. An mir ging der Film leider komplett vorbei, bis ich eben diesen auf dem Programm eines Open Air Kinos entdeckte.
Mit relativ wenig Wissen zu diesem konkreten Thema ging ich also nahezu unbelastet in diesen Film und was soll ich sagen?

Mit 120 Minuten etwas außerhalb der üblichen Spielzeit und auch die Handlung ist – ohne die Geschichte zu kennen – auf weite Strecken vorhersehbar. Dennoch entwickelt der Film einen ungeheuren Charme dadurch, dass die Vorahnung eben nicht enttäuscht wird. Des Weiteren habe ich mich sehr über die liebevollen Details und die überragenden Schauspieler gefreut. Gerade Zweiteres möchte ich hier nicht unerwähnt lassen, denn neben Bill Nighy und Nick Frost (Beide Shaun of the Dead bzw. (Frost) Hot Fuzz) tauchen auch Jen und Roy aus der IT-Crowd auf. Bekannteste Visage dürfte aber Philip Seymour Hoffman sein.

Dazu kommt ein wahnsinnig voller und genialer Soundtrack, der nahezu jede musikalische Perle der Sechziger Jahre im Minutentakt für zumindest ein paar Takte durchfeuert. Warum aber die Beatles nicht nicht mit dabei sein weiß ich nicht, hat aber sicher seine Gründe. Dafür sind die Stones und die Kinks sehr wirksam präsentiert…

Ein rundum guter Film, der mit guten Schauspielern, guter Musik und glaubwürdiger Handlung aufwarten kann und am Ende noch ein gutes Gefühl hinterlässt. Hier der Trailer.

(Direkt Revolution)

Wer Filme wie “Almost Famous” oder “The Virgin Suicides”, aber zu viel Pathos und Drama nicht mag – so wie ich – dem sei dieser Film schwer ans Herz gelegt. Feinste Unterhaltung mit Bildungs- und Kulturauftrag. Da kann sich jemand noch ne Scheibe von abschneiden…

Abschließend noch ein kleines Bonbon, denn bei meinen Recherchen zu Radio Rock Revolution habe ich doch nen echten Kracher entdeckt. 2010 wird es neben Tron Legay für mich wohl noch ein weiteres Kino-Highlight geben: Kampf der Titanen wird gut 20 Jahre später neu verfilmt. Ob das allerdings gut wird, mag ich noch stark bezweifeln, denn das Original hat nun mal seinen ganz eigenen Charme.
Das ist doch gleich mal ein Grund, mir morgen wieder das Original anzuschauen.

Und was jetzt? ( wer den Film gesehen hat, weiß was damit gemeint ist)

Für alle anderen: Das war’s jetzt.

posted by admin in Allgemein,Movie,Music,Webclips and have Comments (2)

Comments (2 Responses)

Anonym on September 9th, 2009 at 21:45

Link zum Film gelöscht.

OST:

Link zum Soundtrack auch gelöscht.

admin on September 9th, 2009 at 22:05

Lieber An(onym)dreas, danke für diese wertvollen Hinweise, aber leider muss ich diese aus rechtlichen Gründen löschen. Bitte um Verständnis.

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