An dieser Stelle noch ein Nachtrag, da ich nicht umhin komme, das eben Gesehene nicht zu dokumentieren.
Morgen ist Halloween. Jeder zweite Amerikaner dekoriert dazu fasst in perversem Ausmaß sein Haus. Bereits seit 2 Wochen sind diverse Kneipen für dieses Event geschmückt und selbst Museen oder Geisterstädte werden davon nicht verschont. Heute nun, am Vorabend von Halloween drehen sie alle ein bisschen frei. Ganz Hermosa Beach ist gesäumt mit schönen Frauen. Eine heißer als die andere. Und als ob das nicht schon Folter genug wäre, haben die auch alle fast nichts an. Röcke, die bei uns als Gürtel verkauft werden oder gar nur Seidenspitzen, die mit Ach und Krach die primären Geschlechtsmerkmale verdecken. Bei dem sommerlichen Klima hier muss man auch keine Angst haben, dass jemand erfriert. Aber diese Mädels gehen auch ganz bestimmt nicht alleine nach Hause.
Ladies and Gentlemen, das hier heute ist echt eine Strafe für uns. Da wir morgen aufgrund unseres Rückfluges bereits recht früh raus müssen, die letzten Dollars in der Kneipe gelassen haben, trafen wir den beinahe masochistischen Entschluss, den Abend früh zu beenden und mit Bier und Film den Urlaub ausklingen zu lassen.
Das tut besonders weh, wenn man weiß, dass unten auf der Straße ausschließliche koitable (Danke Björn für die Vokabel) Frauen umher torkeln. Was uns also bleibt ist N.O.R.D. (Nicht Onanierbarer RestDruck / Danke Geri für die Vokabel).
Archive for Oktober, 2008
Happy Halloween!
Das war’s?
Ja, das war’s. Der letzte Tag ist rum und mit Strand war leider gar nichts mehr heute. Als ich mich zum Aufstehen überreden konnte und zum Fenster hinaus schaute, war der Himmel voller Wolken. Keine Regenwolken und auch mit Auflockerungen dazwischen, bei Temperaturen zwischen 20° und 25° C. Alles nicht so schlimm, aber wenn man von der Sonne so verwöhnt ist wie wir die letzten 3 Wochen, ist das zum Baden einfach zu kalt. Nun gut, so hab ich wenigstens auch mal Wolken in Kalifornien gesehen. Da das Wetter ja dennoch ganz angenehm war, haben wir uns noch mal ein Fahrrad ausgeliehen und sind noch eine Runde gedreht.
Das Koffer-Tetris haben wir auch hinter uns gebracht und am Geldautomaten (hoffentlich) zum letzten Mal ein paar Dollars gezogen.
Ab nächste Woche wird dann hier wieder der übliche Schrott stehen. Die Urlaubsfotos (ich hab meine 4 GB Karte fast voll) werde ich nach Zensur (und wenn ich Zeit finde) sicher via Picasa zur Verfügung stellen. Wen’s interessiert…
Steht dann aber alles hier, wenn es soweit ist.
Nun werden wir den Urlaub noch in einer der Kneipen auf der Pier Avenue ausklingen lassen. In diesem Sinne: Prost.
24
Der letzte Urlaubstag ist angebrochen. Nochmal alles geben und nichts machen. Die letzten 24 Stunden genießen. Und irgendwie ist das gut, denn so liege ich im Hostel im Bett, das Zimmer blickt direkt auf den Pazifik, der Himmel leuchtet blau und im Wasser schwimmen Delfine (schwule Haie). Eigentlich könnte man aufstehen und raus an den Strand, aber liegen ist gerade perfekt. Dennoch wird der Strand heute noch eine große Rolle spielen, da ich den Großteil des Tages dort verbringen werde. Gestern Abend waren wir auch noch am Strand und das Wasser war überraschend unkalt. Zu sagen, dass es warm ist, wäre übertrieben, aber zum Baden sollte es reichen.
Sachen packen steht auch noch an, denn irgendwie muss ja das ganze Zeugs in 2 Taschen verteilt werden, ohne die Gewichtsbegrenzungen beim Fliegen zu überschreiten. Das wird sicher wie Tetris spielen: Da auf der einen Seite wäre noch Platz für was schmales, aber man findet nix, verbaut das dann irgendwie und kurz bevor man den Koffer schließen möchte, findet man das DIng was da hin gepasst hätte.
Jetzt könnte ich doch so langsam mal einen Kaffee gebrauchen, wobei bei der Hitze draußen ein Eiskaffee sicher die bessere Wahl ist. Wie auch immer, am Aufstehe werde ich jetzt wohl nicht mehr vorbeikommen.
26 Pier Ave
Obwohl wir das etwas anders geplant hatten, sind wir wieder in LA. Früher als erwartet.
Aber dennoch schön wieder im Surf City Hostel zu sein. Ist fast ein bisschen wie nach Hause kommen.
Las Vegas
Die Anreise
Nachdem wir aus unserem Hostel ausgecheckt hatten – das dritte Mal – lagerten wir dort noch unser Gepäck, um uns auf die Suche nach einem Drucker zu machen. Schließlich mussten wir unsere Ticktes für den Flieger noch drucken (Deutlich günstiger als ein Mietwagen). Kurz nachgefragt, zur falschen Adresse gelotst, fanden wir dennoch ein FedEx Kinko’s, was jetzt übrigens FedEx Office heißt – Aha! Unsereins kennt FedEx ja lediglich als Logistiker, aber in den Staaten ist das ein populärer Dienstleister u. a. eben auch für Druck.
Vorher noch durch Starbucks gestärkt, waren wir nun vorbereitet für unsere Reise. Also schnell zum Hostel die Sachen abgeholt und dann mit der BART (Bay Area Rapid Transit) zum Flughafen. Auch hier alles relativ entspannt.
Check-In war gleich die erste neue Erfahrung: pro Gepäckstück 15 US$. Service in den Staaten kostet eben.
Weiter ging der Unterricht am Safety Check. Als wir unsere Tickets vorzeigten, meinte der natürlich uniformierte Wichtigtuer “You’ve to go to an additional screen!” Aha!?! Wir waren gespannt und durften unser Handgepäck nicht in den üblichen grauen Plastikwannen durch den Scanner schieben, sondern durften braune Wannen verwenden. Außerdem mussten wir uns nicht an einer dieser endlosen Schlangen anstellen. Als wir durch den regulären Check durch waren, durften wir in einer Art Telefonzelle warten. Das Gepäck wurde durch einen weiteren Scanner geschoben und dann konnten wir den Glaskasten verlassen. Beglotzt von den anderen Reisenden, wurden wir zu einem Ganzkörperscan aufgefordert. Dort standen wir jeweils ca. 20 Sekunden und mussten dann an der nächsten Station warten. Dort wurde unser gesamtes Handgepäck auf Chemikalien untersucht. Auch hier konnten uns die freundlichen Beamten nix nachweisen und wir durften den Gürtel wieder in die Hose fädeln. Nach Abschluss des Prozederes fragte ich den Spürhund noch, wozu das alles gut sei und warum ausgerechnet wir? Die Antwort war so einleuchtend wie schwachsinnig zugleich: “You have an one way ticket.” Das macht also verdächtig, wenn man keinen Rückflug gebucht hat… Die sind doch alle geisteskrank hier. Ist aber auch egal. Wir sind durch und haben uns auch gleich mit einem Bier dafür belohnt. Und sogar was ganz besonderes: Pilsner Urquell. Endlich mal wieder ein Bier. Prost.
Fear and Loathing
in Las Vegas. Jawoll, Las Vegas. Momentan sitze ich noch im Hostel in San Francisco und nutze das kostenlose WLAN, aber spätestens in einer halben Stunde müssen wir hier raus. Dann noch kurz durch die Gegend stolpern, Kaffee trinken und dann am Nachmittag geht es mit dem Flieger ab nach Las Vegas. Uns wurde gestern erzählt, dass man Las Vegas auch gern Lost Wages nennt. Macht ja auch Sinn.
Heute Abend werden wir uns dann im Palms Hotel und Casino einquartieren und vorher noch ein paar Quarters für die ganzen Slot Machines sammeln.
Gesten haben in San Francsico “The Kooks” gespielt und die hätten wir uns auch wahnsinnig gern angekookt. Das Konzert war auch nur zehn Fußminuten vom Hostel entfernt, aber leider ausverkauft. Also sind wir zurück in unsere (fast schon) Stammkneipe “The Owl Tree”. Diesen Laden kann ich nur empfehlen. Bier ist bezahlbar und dazu gibt es kostenlos Snacks.
If you’re going to San Francisco
Yes, wir sind da. Nach einem weiteren Zwischenstopp in Monterey sind wir schließlich angekommen. Direkt an der Golden Gate Bridge. Doch vorher noch eine kurze Ergänzung zu unserem Stop in Morro Bay, welches wir kurzerhand in Horror Bay umbenannt haben. Warum? Absolut kein Nachtleben. So schön der Pool und der Whirlpool vor der Tür auch war, abends war dort nix los. Wir hatten die Wahl zwischen drei verschiedenen Kneipen. Eine war voll mit Dorfis, in der nächsten gaben sich friedhofsblonde Rentner gegenseitig das Mikro in die Hand, um beim gemeinsamen Karaokeabend zu schunkeln. Blieb nur das “Fuel Dock”. Dort fanden wir eine Handvoll Jugendlicher, 3 Poolbillardtische, 2 Dartscheiben, einen Playboy-Flipper, einen alten Arcade-Automaten mit Pac-Man & Space Invaders, eine Internet-Jukebox und Jenny, die Kellnerin.
Zunächst gönnten wir uns ein Bier. Spotbillig: 2.25 US$. Jenny war durchaus sehr hübsch anzusehen und hatte ihre Kundschaft fest im Griff. So feierten wir auch ordentlich in Leifs Geburtstag rein. Passend dazu entdeckten wir die Internet-Jukebox für uns und fütterten diese bis 2.15 Uhr morgens fleißig mit Dollars. Jenny laberte ein wenig mit uns, ließ uns in Ruhe feiern und wackelte nett mit dem Hintern. Dann war Schluss und wir gingen ins Motel zurück.
Borat sucks…
Im Vergleich zu unserem Taxifahrer in L.A., der uns nach Torrance zum Oktoberfest gebracht hat. Diesen Typen hatte ich beim letzten Eintrag völlig vergessen: Sergeij aus Armenien. Mit einer Hand am Lenkrad, die andere auf CD-Suche, einige rote Ampeln ignorierend, mit Tempo 80 (ca. 130 km/h) durch die Stadt. Der Innenraum des Taxi-Vans im dezent schwulen Blau ausgeleuchtet. Und als ob das nicht reicht, klappt er für uns ein 12″-Display vom Dach. Dort lief eine DVD mit Videoclips von drittklassigen russischen Dance-Interpreten. Der Ton dazu brüllte aus Sergeijs Stereoanlage. Und er setzte noch eins drauf: über dem Display schaltete er eine (natürlich schwul blaue) Lampe dazu, die im Rhythmus des Porno-Beats nervöse Zuckungen von sich gab. Eine Epilepsiewarnung wäre vorher sicher sinnvoll gewesen. Das war alles nicht wirklich gut, aber Dank des Formel 1 Taxis recht günstig, sodass wir Sergeij auch gleich für die Rückfahrt gebucht haben. War auch alles super, bis auf den Ausstieg: Der Sicherheitsgurt – die heimtückische Mistsau – griff mich lautlos von hinten an, fiel mir um die Hüften und zerrte mir die Füße weg. Und da hing ich wie Homer in der Hängematte. Arschloch.
Need to drink… Wife is ugly!
Ob nun die Wirtschaftskrise an diesem Einzelschicksal schuld ist oder nicht, sei dahin gestellt. Dennoch wurden wir Freitagabend von derartiger Kreativität beim Geldschnorren förmlich überrannt. Dafür hatte der Mann sich seinen Dollar verdient und wir uns ein gepflegtes Bier nach der harten Arbeitswoche. Aus dem Hotel sind wir am Freitag ausgezogen und in einem Hostel eingekehrt. Ein ehemaliges Freudenhaus. Sehr nett. Es dauert auch nicht lang, bis wir auf der 5th Avenue in San Diego vom ersten Sonderangebot heimtückisch erfasst worden: Bier für 3 US$.
Allerdings erwarteten uns im “Toscana” nur Sorten, mit denen keiner von uns vorher zu tun hatte. Erster Versuch unsererseits hörte auf den klangvollen Namen “Arrogant Bastard Ale.” Eine Herausforderung mit 7.2 %. Das kredenzte Getränk kam in bräunlicher Farbe und einer nur zu erahnenden Schaumkrone. Gespannt schürzten wir die Lippen für dieses arrogante Rindvieh. Der erste Schluck eröffnete eine fruchtige Brombeernote. Leider gestaltete sich der weitere Abgang des Brauwerks äußerst rauchig bis bitter. Zum Ende des Glases wurde der Bastard etwas zahmer und angenehmer mit einer leichten Gin-Tonic-Note. Also wenn es mal schnell gehen muss, dann ist dieses Ale wärmstens zu empfehlen.
The Bitter End
Das erste Wochenende in San Diego liegt hinter mir. Und der erste Arbeitstag liegt vor mir. Aber es sind ja nur 3 an der Zahl und danach beginnt der Urlaub. Das Wetter ist bombastisch, sodass ich sehr froh bin, Flip-Flops und Badehosen noch nicht allzu tief im Schrank vergraben zu haben.
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