Gerade eben hatte ich einen Kunden hier, Jahrgang 1926, dem beim Unterschreiben eines Schriftstückes zum heutigen Datum, mit leichtem Zucken im rechten Arm, auch gleich einfiel, was man vor 60 Jahren noch an diesem Tag gemacht hat: "20. April? Da war doch mal was!?!..." Soviel zum Büroalltag.
Seit gestern Abend hat die katholische Kirche ein neues Oberhaupt. Da die Päpste ihre Namen ja frei wählen dürfen, wäre nach Papst John-Paul II, doch George-Ringo I. mal ganz lustig gewesen.
Aber die kathlische Kirche ist ja nicht gerade wegen ihres Humores oder Zeitgeistes bekannt. Auf dieser Weise wäre man sicher auch keine 2000 Jahre alt geworden.
Nun heißt der neue Pontifex Benedikt XVI, war vorher aber bekannt als Joseph Ratzinger, und kommt aus Deutschland. Joseph, wir sind stolz!
Für die Generation der Mittsiebziger und später ist es sicher ungewohnt, mit dem Begriff Papst den Namen Benedikt zu asoziieren, war doch voher das Wort Papst unweigerlich an einen gebrechlichen alten Mann gebunden, der im Rollstuhl hinter Panzerglas über den Bildschirm geschoben und von allen Johannes-Paul II. genannt wurde. Wie der Mann richtig hieß, hat der Großteil ja erst erfahren als er im Sterben lag.
Wie das aber mit allen Sachen so ist, wird auch jedes Neue irgendwann und so auch Papst Benedikt XVI. alltäglich.
Fernsehen ist auch irgendwann nichts ungewöhnliches mehr gewesen. Vom Programm ganz zu schweigen, welches mit der Einführung einer deutschen Adaption von Big Brother für mich weiter eingeschränkt wurde.
Heute, zum Mittwoch, dem normalerweise schwächsten Tag der Woche, gibt es aber doch einige angenehme Überraschungen.
Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe hört sich zwar an wie der neueste Harry-Potter-Roman oder ein anderer Jugendkrimi, ist aber ein spannender italienischer Thriller. Im
ZDF, von
00.55 Uhr - 02.25 Uhr.
Nur Mut, Jimmy Grimble fordert eine englisch-französische Komödie aus dem Jahr 2000. Der Inhalt erinnert leicht an das Märchen vom kleinen Muck und auch die altklugen Off-Kommentare nerven etwas, aber ich mag diese englischen Loser-Storys einfach. Zudem wirkt einer der besten britischen Schauspieler, Robert Carlyle, von
01.40 Uhr - 03.20 Uhr als Lehrer in der
ARD mit.
Historias minimas, erzählt, wie der Name schon sagt, winzige Geschichten. Der argentinische Film verwebt feine Episoden zu einem angenehmen seidigen Stoff, der hauptsächlich von Laien-Darstellern getragen wird. Subtile Komik und Gelassenheit von
23.30 Uhr - 01.00 Uhr im
WDR.
Tagestip:
Nightwatch - NachtwacheKabel 1, 23.40 - 01.40 UhrOriginaltitel: NattevagtenRegie: Ole BornedalBrutto/Netto: 120/100 MinutenGenre: HorrorDän. 1994FSK 16Muss das sein? Ein Filmtitel in zwei Sprachen? Ist ja wie Vokabeln lernen in der Schule...
Ansonsten ist der Film spannend und auch blutig, wenn auch für's Fernsehen zurecht geschnitten.
In deutschen Kinos avancierte der Film damals schnell zum Geheimtip und erhielt in Cannes sogar Szenenapplaus. In Dänemark allerdings war man von einer Szene, in der ein Denkmal des Nationalhelden und Märchenschreibers Hans Christian Andersen geschändet wurde, verständlicherweise wenig begeistert.
Regisseur Bornedal verfilmte sein Debüt vier Jahre später als US-Remake unter dem Titel "Freeze Alptraum Nachtwache" erneut. Trotz guter Besetztung leider nur einfallslos kopiert, wie bei den meisten US-Remakes.
Lieber das raffiniert konstruierte und schwarzhumorige Original anschauen. Fetzt! Im wahrsten Sinne des Wortes...