30.4.05

Ein Schlusswort

Der ein oder andere hat sich vermutlich schon gewundert wo die Tips der letzten Tage und Wochenverblieben sind. Ich hab's ganz einfach nicht geschafft und da das in nächster Zeit nicht anders wird, kann ich nur eine Kosequenz ziehen: Ende. Im Film steht dann gern auch Fin, The End oder Koniez.
An dieser Stelle möchte ich mich bei allen treuen Lesern bedanken und überlasse Euch nun wieder in die selbstständige Suche nach den cineastischen Highlights im Tagesprogramm.

Falls jemand mit zu viel Freizeit diesen Blog weiterführen möchte, der melde sich dann bitte bei mir.

Das war's dann also.


Macht's gut!

Euer Mirsch.

...to be continued???

27.4.05

27. April 2005

Das Sehenswerteste heute, zum tristen Mittwoch, ist sicher der erste Flug des neuen Airbus A-380, was aber leider nichts abendfüllendes ist. Aber scheinbar befürchten die Sender dennoch große Konkurrenz durch den Start, denn das Programm zum Mittwoch ist geradezu außergewöhnlich gut.

Los geht's 21.45 Uhr - 23.10 Uhr im BR, Da gibt's dann viele liebe und nicht so liebe Grüße aus Kaschmir. Der Regisseur, der Autor und und die beiden Hauptdarsteller erhielten erst im März den Grimme-Preis für diesen Film, was jetzt auch für mich der einzige Grund ist, diesen Film hier zu nennen, da so TV-Liebesdramen über die Grenzen verschiedener Kulturen hinweg überhaupt gar nicht mein Ding sind. Wer den Film dann gesehen hat, kann mich gern vom Gegenteil überzeugen, aber mein Standpunkt ist folgender: Willst Du einen Filmpreis gewinnen, dann nimm eine 0815-Liebesgschichte und leg den Konflikt auf die Herkunft der Protagonisten aus unterschiedlichen Kulturkreisen. Uralt das Rezept und immer noch funktionierts. Wie langweilig.

Eine Spur lustiger geht es da im HR von 22.00 Uhr - 00.00 Uhr zu, wenn Heinz Rühmann in Das Haus von Montevideo einkehrt.

Ebenso wie Genie und Wahnsinn dicht beieinander liegen, liegen auch Kunst und Krempel auf ähnlich geringer Distanz. Die Wreckmeisterschen Harmonien heißt ein Film aus Ungarn, der förmlich darauf wartet, vom Zuschauer einer der beiden Möglichkeiten zugeordnet zu werden. Große Filmkunst oder einfach nur prätentiöse Leere? Sowas gibt's natürlich nur bei Arté zu sehen und zwar von 22.40 Uhr - 01.00 Uhr.

Kabel 1 wiederholt meinen gestrigen Tagestip, Der Name der Rose, heute nochmal von 23.25 Uhr - 01.50 Uhr.

Das Projekt der Nazis zur Zucht der deutschen Herrenrasse hieß Lebensborn. Ein tschechischer Film, der sich mit diesem Stück Geschichte beschäftigt, und das liegt ja nahe, heißt genau so. Auch hier tritt oben genannter Konflikt, mit der Liebe und Kulturkreisen, in diesem Falle Rassen, wieder in Aktion. Allerdings nicht primär, denn es geht ja auch noch um unsere Geschichte. Die Weiterbildungsmaßnahme findet von 22.30Uhr - 00.15 Uhr im SWR statt.


Und schon sind wir wieder beim Tagestip angekommen.

Schnappt Shorty
Kabel 1, 21.20 Uhr - 23.25 Uhr

Originaltitel: Get Shorty
Regie: Barry Sonnenfeld
Brutto/Netto: 125/96 Minuten
Genre: Satire
USA 1995
FSK 12

Be Cool heißt die Fortsetzung von Schnappt Shorty und ist dieses Jahr in die Kinos gekommen. Allerdings bedient sich die Fortsetzung sehr am Original und ist lange nicht so cool wie der Titel verspricht.
John Travolta, nach seinem einzigartigen Comeback mit Pulp Fiction, festigt mit seiner Rolle als Geldeintreiber Chili Palmer seinen Kult-Status. Neben Travolta brilliern auch Danny DeVito asl Shorty, Gene Hackmann, Rene Russo und Dennis "Snatch" Farina.


Eine schöne schwarze, grandios gespielte Komödie mit der Traumfabrik als Ziel. Wunderbar! Schnappt Sterni!

26.4.05

26. April 2005

Fischer's Twelve.

Sage und schreibe zwölf Stunden wurde unser Außenminister ins Kreuzvehör genommen. Schäuble forderte den Rücktritt. Wahrscheinlich, weil er's mit dem Treten nicht mehr so hat. "Skandalsierung", kläffte Joschka mit gefletschten Zähnen zurück. Das sei schon Jahre her und damals waren die Ansichten eben anders gewesen. "Den Nobelpreis für das beste Gedächtnis kriegt er vielleicht nicht", verteidigte ihn dann Bütikofer.
Einen halben Tag lang hin und her, fast wie im Kindergarten und nichts dabei rausgekommen, außer dass Joschka müde wurde, nach Hause wollte und sich auf ein Glas - wohl eher eine Flasche - Wein freute. Verständlich. Am Ende entscheidet der Kanzler das Ganze, aber der steht ja hinter Fischer.
Mein Tip: Joschka kriegt eine Rüge und bleibt im Amt. Die Opposition wird das alles wie ein schlechter Verlierer, ewig nachtragend, für den Wahlkampf ausschlachten. Warum auch nicht?
Wer den Gedanken hegt, seine Schritte in Richtung Politik zu dirigieren, dem sei vorab ein praktisches Jahr im Kindergarten empfohlen. Und wen das alles gar nicht interessiert, dem sagen vielleicht meine Tagestips eher zu, denn die Sender buhlen heute um die Gunst der Zuschauer wie Joschka um den Rückhalt der Regierung.

Kein Mesiterwerk, aber ein Werk des Meisters Alfred Hitchcock, ist Topas, von 21.45 Uhr - 23.45 Uhr im BR.

Gleich danach im BR gibt's die, Die durch die Hölle gehen. Grandioses Antikriegsepos. Von 23.45 Uhr - 02.40 Uhr.

Parallel dazu geht's im HR auch ganz schön blutig zu, denn von 23.45 Uhr - 01.20 Uhr, gibt es Düstere Legenden zu sehen. Quietschbunter Teen-Horror im Fahrwasser des Scream-Erfolges.

Der Untergang war der Knaller an den Kinokassen und jeder wollte die letzten Stunden im Führerbunker miterleben. Bereits 1974 haben die Italiener ganz ähnlich über Mussolini - Die letzten Tage einen sehr guten Film gemacht. Diesen gibt's von 22.10 Uhr - 00.00 Uhr im WDR.

Von 23.00 Uhr - 00.40 Uhr fährt im HR Zug des Lebens Richtung Palästina. Ein herrlicher Film, der dem Thema Holocaust mal mit einer kräftigen Brise Humor begegnet. Ein jüdisches Dorf, dass beschließt mit einem "Es heißt Führer, nicht Fihrer!"

Chasing Amy - Aus, vorbei, nie wieder, heißt es von 01.40 Uhr - 03.15 Uhr im NDR. Grandioser Film, war aber bereits Tagestip, deshalb heute nicht.


Was mich dann auch gleich zum Tagestip bringt:

Der Name der Rose
Kabel 1, 20.15 Uhr - 22.55 Uhr


Regie: Jean-Jacques Annaud
Brutto/Netto: 160/128 Minuten
Genre: Historien-Krimi
BRD/I/F 1986
FSK 16


Lange galt der Bestseller von Umberto Eco als unverfilmbar, aber Produzent Bernd Eichinger hat mit Annaud einen kompetenten Regisseur gefunden und Ecos genialen Roman entwirrt, um den Stoff auf Zelluloid zu bannen. Sean Connery überzeugt als ehrgeiziger und neugieriger Mönch, dem sein treuer Novize Adson in Form von Christian Slater zur Seite steht. Legendär ist die Sex-Szene zwischen einer Dirne und dem damals erst 15-jährigen Christian Slater, der behauptet deshalb psychische Schäden davon getragen zu haben. Immerhin hat ihn sein erster Leinwandauftritt berühmt gemacht.


Da ich momentan gerade ein anderes Buch von Umberto Eco lese, dessen Verfilmung ich mir übrigens auch nur schwer vorstellen kann, bin ich nicht umhin gekommen, diesen Film zum Tagestip zu küren. Soviel zur Begründung für meine Entscheidung. Jetzt aber Ruhe und Film ab!

25.4.05

25. April 2005

Am 22. April war es wieder mal soweit und ich habe vergessen darauf hinzuweisen: Der Tag des Bieres. Nun hoffe ich dennoch, dass jeder sein Stammgetränk entprechend gewürdigt und ausreichend verinnerlicht hat.

Heute ist Tag des Baumes. Mir egal. Obwohl ja jeder Baum genügend Potenzial besitzt, später mal ein gemütlicher Stammtisch zu werden.

Aber heute ist auch Tag der gesunden Ernährung und wie die Wissenschaft belegen kann, gehört Bier zu einer gesunden Ernährung und ist sogar auf Diätplänen zu finden. Den Tag also am Besten schon mit einem gesunden Frühstück beginnen.



Vielleicht Abends noch etwas Salat zum Bier und schon hat man auch diesen Tag ausreichend gewürdigt. Damit aber nicht versehentlich der peristaltische Rückwärtsgang, aufgrund der falschen Sendereinstellung am Televisionempfangsgerät, eingelegt wird, hier die Tips zum Montag.

Wer von Leslie Nielson nicht genug bekommen kann, der möge sich doch bitte Die Nackte Kanone 33 1/3 auf Kabel 1, von 20.15 Uhr - 22.00 Uhr anschauen. Die angeblich leichte Kost entpuppt sich schnell als schwer verdaubarer Happen. Besser ordentlich mit Bier nachspülen.

Magic Müller ist ein Entertainer, der einfach zu wenig Zeit hat. Gut dass sein Freund so von 23.45 Uhr - 01.00 Uhr beim WDR eine Zeitsparmaschine erfindet. Entgegen aller Klongesetze und Interventionen bei der Stammzellenforschung, gibt es Müller nun dreimal. Auch wenn die Zeit jetzt reicht, vermehren sich allerdings auch die Probleme.
Wie es aussieht, wenn Deutsche versuchen, den feinen schwarzen Humor von Monthy Python zu kopieren, wenn auch eigentlich unmöglich, und das Ganze noch mit einer Brise Utopie mischen, soll jeder für sich entscheiden.

Weniger lustig, aber umso spannender ist Der Zug. Der Film von John Frankenheimer ist von 23.00 Uhr - 01.10 Uhr im RBB zu sehen.

Nicht minder langweiliger geht es im Zug am Nevada-Pass zu. Charles Bronson von 23.15 Uhr - 00.45 Uhr im SWR.

Ein Film dessen Titel sicher hauptsächlich Männer anspricht, ist Nackte Gewalt. Zwei Reizworte, die auf einen guten Film schließen lassen: Nackt und Gewalt. Würde noch Bier im Titel vorkommen, wäre das Drehbuch sicher nicht nur für den Oscar nomniniert worden, sondern hätte ihn auch bekommen. Der Western läuft von 22.30 Uhr - 00.00 Uhr im HR.


Das war's dann fast schon für heute. Fehlt nur noch der Tagestip und der ist heute mal was Besonderes. Selber habe ich den Film auch noch nicht gesehen, aber er klingt vielversprechend.

Atanarjuat - Die Legende vom schnellen Läufer
Arté, 20.40 Uhr - 23.30 Uhr


Originaltitel: Atanarjuat - The Fast Runner, Kan. 2001
Regie: Zacharias Kunuk
Brutto/Netto: 170 Minuten
Genre: Saga
Kan. 2001
FSK: k.A.

Zwar ist mir die Legende vom schnellen Säufer, noch aus der kürzeren Vergangenheit vertraut, doch diesen Film kenne ich überhaupt nicht. Hier die Meinung der TV Spielfilm:

"Einer jener Filme, die man wohl nur lieben oder hassen kann: ein fast dreistündiges Polarkreis-Epos, in dem über weite Strecken wenig passiert, gespielt und gefilmt von Inuit (früher Eskimos genannt), gesprochen in ihrer Sprache Inuktitut. Dennoch verwundert es kaum, dass die Adaption einer uralten Legende zum Festivalhit wurde. Die raue Saga aus der weißen Weite ist eben einzigartig, und die Handlung erreicht fast Shakespeare-Reife. Der flinke Atanarjuat und der Häuptlingssohn Oki streiten um eine Frau. Atanarjuat siegt in einem fairen Kampf, doch Oki schwört Rache. Sein Hass wird den Schnee blutrot färben."



Da bin ich mal gespannt ob mein Sitzfleisch das aushält, wobei das sicher meine am besten trainierte Körperpartie ist.


22.4.05

24. April 2005

Sonntags fühlt man sich als Zuschauer regelmäßig wie im Streichelzoo und jeder Sender ist ein Besucher, der das scheue Wildtier Rezipient mit kleinen Leckerein anlockt und streicheln, am liebsten mit nach Hause nehmen möchte. Nur um das arme Viech die ganze Woche zum Teil mit Schlägen, bei Wasser und Brot zu malträtieren. Also liebe Mitgucker, geht nicht zum nett grinsenden Besucher mit dem holländischen Akzent und RTL2-Pin am Revers.

Star Wars - Episode II: Angriff der Klonkrieger
Pro7, 20.15 Uhr - 23.05 Uhr (Schön gefilmt, aber die Dialoge sind zum Teil in jedem Rosamunde-Pilcher-Roman besser.)

Wyatt Earp - Das Leben einer Legende
Vox, 20.15 Uhr - 23.45 Uhr

Out Of Rosenheim
Arté, 20.40 Uhr - 22.15 Uhr

Die fabelhaften Baker Boys
RBB, 23.00 Uhr - 00.45 Uhr

Amok in der Schule - Die Tat des Robert Steinhäuser
3sat, 21.15 Uhr - 22.45 Uhr &
HR, 23.10 Uhr - 00.40 Uhr


Tagestip:

Ladykillers
MDR, 23.15 Uhr - 00.45 Uhr

Originaltitel: The Ladykillers
Regie: Alexander Mackendrick
Brutto/Netto: 90 Minuten
Genre: Komödie
GB 1955
FSK 16

Genial besetzt. Das Original zum gleichnamigen Remake mit Tom Hanks vom letzten Jahr.

23. April 2005

Kurz und knapp, wie ein Minirock auch sein sollte, die Tips zum Samstag:

Das Krokodil und sein Nilpferd
Kabel 1, 20.15 Uhr - 22.20 Uhr (Der Titelsong "Grau-Grau-Grau" (Hallo Mario!) stammt übrigens von Bud Spencer persönlich!)

Der Glöckner von Notre-Dame
BR, 21.45 Uhr - 23.40 Uhr

The Gift - die dunkle Gabe
Pro7, 22.00 Uhr - 00.15 Uhr

Mord am See
ZDF, 23.00 Uhr - 00.30 Uhr

Chucky und seine Braut
Pro7, 00.15 - 01.50 Uhr

Band of Brothers (6)
RTL2, 03.05 - 04.25 Uhr

Lou Reed: Rock 'n' Roll Heart
HR, 22.25 Uhr - 23.40 Uhr


Tagestip:

Das Lied von Mord und Totschlag
BR, 00.55 Uhr - 02.25 Uhr

Originaltitel: Los Amigos
Regie: Paolo Cavara
Brutto/Netto: 90 Minuten
Genre: Westernkomödie
I 1972
FSK 16

Ein Spaghetti-Western per Excéllence. Nett fotographiert und auch angenehm albern. Anfangs habe ich Franco Nero immer mit Terence Hill verwechselt. Die sehen sich aber auch ähnlich...irgendwie. Jedenfalls ist dieser Film mit Ersterem und Anthony Quinn als taubstummer Agent in einer weiteren Hauptrolle.
Also lieber Kronkorken, statt Blaue Bohnen knallen lassen!

22. April 2005

Da das Wochenende in wenigen Stunden beginnt und das Wetter einen förmlich dazu nötigt, Grill und Laube aufzubauen, will ich mich hier auch nicht mit großen Redeschwällen aufhalten.




Der Freitag ist heute hauptsächlich schwarz-weiß, aber auch mit einer kräftigen Nuance Blutrot.
RTL2 zeigt von 22.05 Uhr - 23.30 Uhr den sechsten Teil des der zehnteiligen TV-Weltkriegsserie Band of Brothers.

Bei Pro7 gibt's von 22.00 Uhr - 00.00 Uhr den kommerziell erfolgreichsten Horrorfilm der Neunziger: Scream. Der Film zog eine Reihe weiterer Teenie-Horrorgeschichten von unterschiedlichstem Niveau sowie zwei Fortsetzungen nach sich. Die Maske zum Film war außerdem ein äußerst ergolgreicher Merchandizing-Artikel, aber auch nur aus Edvard Munchs Bild "Der Schrei" entliehen. Übrigens ist Scream auch für das Comeback - trotz der kurzen Lebensdauer - von E.T.-Göre Drew Barrymore verantwortlich.

Soviel zu Blutrot. Kommen wir zu schwarz-weiß.

Der falsche Mann, ist ein der einzige Film von Hitchcock, der auf einer wahren Begebenheit beruht. 3sat zeigt von 22.30 Uhr - 00.10 Uhr mit diesem Film einen ungewöhnlichen Streifen, der zudem nur selten zu sehen ist.


Der Tagestip gehört dem

Hessischen Rundfunk
00.30 Uhr - 03.35 Uhr


In dieser Zeit, zeigt der HR gleich zwei Filme des großartigen Regisseurs Fritz Lang, der Welterfolge mit Klassikern wie Metropolis feierte.

Von 00.30 Uhr - 02.05 Uhr läuft Gefährliche Begegnung, ein Thriller, der zu den größten Kinoerfolgen des Regisseurs zählt und bis heute mit seiner Schlusspointe zu überraschen weiß.


Im Anschluss, von 00.30 Uhr - 03.35 läuft dann Fury. Das hat nichts mit schwarzen Pferden zu tun, war aber Langs erster Film, nachdem er wegen den Nazis nach Amerika emigriert war.

21.4.05

21. April 2005

Liebe Brüder und Brüderinnen,

wer hätte gedacht, dass ein Papst aus Deutschland das ganze Land auf einer Welle des Stolzes und der Begeisterung dahintreiben lässt. So hat Ratzinger - von den Italienern liebevoll Papa Ratzi genannt, was auch dem verrufenen Berufsstand der Boulevardfotografen einen helleren Schein verleiht - scheinbar ganz nebenbei eine Katholizismus-Wow!-Kampagne ausgelöst. Der freundliche Papst aus der Nachbarschaft. Kumpel Jesus!
Auch wenn die Briten uns das wieder mal nicht gönnen und auf ihren Titelblättern groß proklamieren: Von der HJ an die Spitze des Vatikans oder den neuen Pontifex als den Rottweiler-Papst verunglimpfen.
Aber wer braucht so primitive Schlagzeilen, wenn wir die Bild haben, die da titelt: "Wir sind Papst!" Wenn schon nicht Welt- oder Europameister, dann wenigstens Papst.

Und wer damit auch nicht zufrieden ist, dem verhilft vielleicht das heutige Fernsehprogramm zu ein wenig Euphorie.

Los geht's 20.15 Uhr - 22.55 Uhr auf Vox mit Fletchers Visionen. Insgesamt ist der Film sicher besseres Mittelmaß, aber ich finde die Grundidee des Filmes - was ist, wenn an den ganzen Verschwörungstheorien was dran ist - sehr interessant.

In der Themenreihe zum italienischen Neorealismus zeigt Arté heute von 20.40 Uhr - 22.10 Uhr Fahrraddiebe. Das Zweirad als Grundlage der Familienernährung nach dem Zweiten Weltkrieg. Auch Regie-Legende Sergio Leone, ist in einer kleinen Nebenrolle zu sehen. Damals jedoch noch jung, unbekannt und von Legende keine Spur.

3sat zeigt von 22.25 Uhr - 00.00 Uhr Hitchcocks Der Fremde im Zug.

Der Glöckner von Notre-Dame schwingt sich in der ARD von 01.55 Uhr - 03.50 Uhr von Glocke zu Glocke, um die Gunst der schönen Esmeralda. Klassiker mit Athony Quinn und Gina Lollobrigida. Der Film bildet den Auftakt zu einer Anthony-Quinn-Reihe im Ersten.

Robert Carlyle und Kiefer Sutherland geraten im Zweiten Weltkrieg als britische Soldaten in die Hände der Japaner und sind Gefangen in der Hölle. Zugegeben, der Titel klingt schon etwas albern nach amerikanischen Patriotismus, ist es aber nicht. Der Film basiert auf den wahren Erlebnissen des Ernest Gorden und läuft von 23.05 Uhr - 00.55 Uhr im MDR. Fast Tagestip!


Tagestip, weil einer meiner Lieblingsfilme ist folgender:

Auch ein Sheriff braucht mal Hilfe
NDR, 21.00 Uhr - 22.30 Uhr

Originaltitel: Support Your Local Sheriff!
Regie: Burt Kennedy
Brutto/Netto: 90 Minuten
Genre: Westernkomödie
USA 1969
FSK 12

Einer der ersten Westernkomödien überhaupt und somit wegweisend für ein ganzes Genre.
James Garner at its best, einige gute Trinksprüche und Doppelsinnigkeiten bei der Namensgebung, die aber nicht bzw. schlecht ins deutsche übersetzt werden konnten. Wer die englischen Vokabeln nicht kennt, sollte bei jedem seltsam klingenden Namen der im Laufe der Handlung auftaucht, mal nachschlagen.


Dieser Film ist einfach nur seichte Unterhaltung von vorn bis hinten, der sogar den schlimmsten Kater (auch wenn er von 'nem anderen Stern ist) milde stimmt. Also eher was für Sonntag Nachmittag. Was nicht heißt, dass er zum Donnerstag Abend unpassend wäre.

20.4.05

20. April 2005

Gerade eben hatte ich einen Kunden hier, Jahrgang 1926, dem beim Unterschreiben eines Schriftstückes zum heutigen Datum, mit leichtem Zucken im rechten Arm, auch gleich einfiel, was man vor 60 Jahren noch an diesem Tag gemacht hat: "20. April? Da war doch mal was!?!..." Soviel zum Büroalltag.

Seit gestern Abend hat die katholische Kirche ein neues Oberhaupt. Da die Päpste ihre Namen ja frei wählen dürfen, wäre nach Papst John-Paul II, doch George-Ringo I. mal ganz lustig gewesen.
Aber die kathlische Kirche ist ja nicht gerade wegen ihres Humores oder Zeitgeistes bekannt. Auf dieser Weise wäre man sicher auch keine 2000 Jahre alt geworden.
Nun heißt der neue Pontifex Benedikt XVI, war vorher aber bekannt als Joseph Ratzinger, und kommt aus Deutschland. Joseph, wir sind stolz!
Für die Generation der Mittsiebziger und später ist es sicher ungewohnt, mit dem Begriff Papst den Namen Benedikt zu asoziieren, war doch voher das Wort Papst unweigerlich an einen gebrechlichen alten Mann gebunden, der im Rollstuhl hinter Panzerglas über den Bildschirm geschoben und von allen Johannes-Paul II. genannt wurde. Wie der Mann richtig hieß, hat der Großteil ja erst erfahren als er im Sterben lag.
Wie das aber mit allen Sachen so ist, wird auch jedes Neue irgendwann und so auch Papst Benedikt XVI. alltäglich.

Fernsehen ist auch irgendwann nichts ungewöhnliches mehr gewesen. Vom Programm ganz zu schweigen, welches mit der Einführung einer deutschen Adaption von Big Brother für mich weiter eingeschränkt wurde.

Heute, zum Mittwoch, dem normalerweise schwächsten Tag der Woche, gibt es aber doch einige angenehme Überraschungen.

Das Geheimnis der schwarzen Handschuhe hört sich zwar an wie der neueste Harry-Potter-Roman oder ein anderer Jugendkrimi, ist aber ein spannender italienischer Thriller. Im ZDF, von 00.55 Uhr - 02.25 Uhr.

Nur Mut, Jimmy Grimble fordert eine englisch-französische Komödie aus dem Jahr 2000. Der Inhalt erinnert leicht an das Märchen vom kleinen Muck und auch die altklugen Off-Kommentare nerven etwas, aber ich mag diese englischen Loser-Storys einfach. Zudem wirkt einer der besten britischen Schauspieler, Robert Carlyle, von 01.40 Uhr - 03.20 Uhr als Lehrer in der ARD mit.

Historias minimas, erzählt, wie der Name schon sagt, winzige Geschichten. Der argentinische Film verwebt feine Episoden zu einem angenehmen seidigen Stoff, der hauptsächlich von Laien-Darstellern getragen wird. Subtile Komik und Gelassenheit von 23.30 Uhr - 01.00 Uhr im WDR.


Tagestip:

Nightwatch - Nachtwache
Kabel 1, 23.40 - 01.40 Uhr

Originaltitel: Nattevagten
Regie: Ole Bornedal
Brutto/Netto: 120/100 Minuten
Genre: Horror
Dän. 1994
FSK 16

Muss das sein? Ein Filmtitel in zwei Sprachen? Ist ja wie Vokabeln lernen in der Schule...
Ansonsten ist der Film spannend und auch blutig, wenn auch für's Fernsehen zurecht geschnitten.
In deutschen Kinos avancierte der Film damals schnell zum Geheimtip und erhielt in Cannes sogar Szenenapplaus. In Dänemark allerdings war man von einer Szene, in der ein Denkmal des Nationalhelden und Märchenschreibers Hans Christian Andersen geschändet wurde, verständlicherweise wenig begeistert.


Regisseur Bornedal verfilmte sein Debüt vier Jahre später als US-Remake unter dem Titel "Freeze Alptraum Nachtwache" erneut. Trotz guter Besetztung leider nur einfallslos kopiert, wie bei den meisten US-Remakes.
Lieber das raffiniert konstruierte und schwarzhumorige Original anschauen. Fetzt! Im wahrsten Sinne des Wortes...